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Turbo Niki

«Die Idee entstand am Lagerfeuer».

 

Im Dienst der dezentralen Stromversorgung: Der Mathematiker Nikita Kostyuchenko hat die Dampfturbine neu gedacht.

 

Wie alt, Herr Kostyuchenko, ist das Konzept der Dampfturbine?

Die ersten Maschinen, die mit einer Turbine Wärme in Kraft umwandelten, stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seither wird nur noch optimiert. Aber ich denke, wir sind jetzt einen grossen Schritt weitergekommen.

Inwiefern?

Wir haben es geschafft, die Turbine gewissermassen dimmbar zu machen. Sie kann auch bei einem inkonstanten Wärmezufluss konstant Strom produzieren. Das erlaubt vollkommen neue Anwendungen in der dezentralen Stromversorgung. Koffergrosse Dampfturbinen könnten etwa aus der Abwärme von Privathaushalten oder LKWs Strom produzieren.

Theoretisch passt‘s, das Patent ist angemeldet. Aber wird die dimmbare Turbine auch in der Realität funktionieren?

Wir haben mit unseren Konstruktionsplänen physikalische Simulationen durchgeführt. Die Resultate zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie kommt ein 27-jähriger Mathematiker dazu, die Dampfturbine neu zu erfinden?

Ich machte mit meiner Partnerin und einem befreundeten Ingenieur Ferien in Finnland. Am Lagerfeuer kamen wir auf die Idee einer regulierbaren Dampfturbine. Meine Freundin ‒ eine Klimawissenschaftler ‒ war begeistert, denn mit einer besseren Abwärmenutzung liesse sich viel Energie sparen.

Im Hauptberuf sind Sie Risikoanalyst einer Versicherung. Werden Sie in diesem Job bleiben?

Im Moment arbeiten wir am Prototyp. Bis 2020 soll er vorliegen. Dann sehen wir weiter.

 

Kurs
Nikita Kostyuchenko hat am Business Concept Kurs im Herbst 2018 teilgenommen.