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Learning & Training mit AtlasVR

«Selbststudium mit Datenbrille»

Schulung in der virtuellen Realität: Wie ETH-Doktorand Christian Hirt die Aus- und Weiterbildungskosten der Maschinenindustrie reduzieren will.

Sind Sie ein guter Lehrer, Herr Hirt?

Das müssten Sie eigentlich die Studenten fragen, deren Bachelor- und Masterarbeiten ich als Doktorand am ETH-Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigung betreuen durfte. Aber ja, ich denke, das Lehren liegt mir.

Mit Ihrem Projekt vom Business-Concept-Kurs adressieren Sie nicht mehr Studierende, sondern Lernende und Fachkräfte. Wie kam es dazu?

Ich suchte für meine Doktorarbeit ein praktisches Thema. Ich wollte ein Problem lösen, dass die fertigende Industrie wirklich drückt und bin auf die enormen Summen gestossen, welche die Unternehmen für Schulung von Lernenden und Mitarbeitenden ‒ zum Beispiel bei der Einführung von neuen Maschinen ‒ ausgeben. Wir stellten zusammen mit dem Branchenverband Swissmem Schätzungen an und kamen allein für die Schweizer Maschinenindustrie auf Kosten von knapp einer halben Milliarde Franken. Mit unserer Virtual-Reality-Plattform streben wir Einsparungen von zehn Prozent an.

Was leistet die Plattform?

Sie erlaubt es dem Nutzer, die Bedienung einer Maschine im Selbststudium, mit einer Datenbrille, zu erlernen und zu üben.

Stellt sich die Frage nach dem Geschäftsmodell: Wen haben Sie als Kunden im Auge?

Es sind nicht die Betriebe, welche die Maschinen kaufen und einsetzen, sondern die Hersteller. Ihnen wollen wir helfen, die Betriebskosten ihrer Produkte zu reduzieren. Wir bilden die Maschinen im virtuellen Raum ab und betten sie in unsere Lernumgebung ein. Dann erteilen wir dem Maschinenhersteller eine Nutzungslizenz für die Plattform, die er seinen Kunden als kostensparendes add-on zur Verfügung stellen kann.

Kurs
Christian Hirt hat am Business Concept Kurs im Frühling 2021 teilgenommen.