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IRIS

«Wir erkennen Stressresilienz in den Augen»

Gegen stressbedingte Arbeitsausfälle: Warum der Neurowissenschaftler Marcus Grüschow Pupillen ausmisst.

Was verraten die Pupillen über unser Stresslevel, Herr Grüschow?

Wir haben mit 48 Probanden Versuche angestellt. Wir setzten ihnen Aufgaben vor, befragten sie während einer sechsmonatigen beruflichen Stressperiode nach ihrem subjektiven Stressempfinden und verglichen die Selbstauskünfte mit der Weitung der Pupillen vor der Stressung. Das Resultat: Die Pupillenweitung sagte den individuell empfundenen Stresslevel voraus. Wir sind auf einen einfachen, nicht manipulierbaren Stresstest gestossen.

Sie forschen seit mehr als 20 Jahren auf dem Gebiet der Neuropsychologie, zuletzt neun Jahre an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Zürich. Was hat Sie an dieser Entdeckung besonders fasziniert?

Angst- und Depressionsstörungen sind ein Riesenproblem in unserer Gesellschaft. Geschätzte zehn Prozent der Weltbevölkerung leiden darunter. Auslöser sind nicht selten berufliche Überlastungssituationen.

Was kann ein Stresstest daran ändern?

Personalverantwortliche können mit unserem Iris-Test erkennen, auf welche Art von Aufgaben ein Stellensuchender mit einem erhöhten Stresslevel reagiert. So erhalten sie bereits in der Bewerbungsphase ein Bild von der sogenannten Stressresilienz eines Kandidaten. Das hilft, den Kreis der geeigneten Bewerber einzuschränken und eröffnet neue Möglichkeiten, den Umgang mit Stress zu trainieren.

Ein klassisches B2B-Geschäft. Haben Sie schon Kontakt mit Unternehmen?

Die Verhandlungen laufen. Das Interesse ist gross. Denn Stress macht krank, die Betroffenen fehlen am Arbeitsplatz und kosten die Betriebe viel Geld.

Kurs
Marcus Grüschow hat am Business Concept Kurs im Herbst 2020 teilgenommen.