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Hemocontrol

„30 000 Komplikationen im Jahr gilt es zu vermeiden“

Intelligente Blutdruckkontrolle: Warum sich Dustin Becker, Postdoc am Institut für Verfahrenstechnik der ETH Zürich, für Intensivstationen interessiert.

Vor gut einem Jahr titelte die Pendlerzeitung 20 Minuten: Schweizer Maschine hält Leber 7 Tage am Leben. Was, Herr Becker, hat es damit auf sich?

Die Rede ist vom Projekt LIver4Life der ETH und des Unispitals Zürich. Das Ziel besteht darin, eine menschliche Leber ausserhalb des Körpers zu regenerieren. Ich machte meine Doktorarbeit auf dem Projekt und war mit der Regulierung des Blutdrucks in der Leber befasst. Im Lauf der Zeit entstand die Idee, das erworbene Knowhow in den klinischen Alltag zu übersetzen.

Was ist die Grundidee von Hemocontrol?

Nach Operationen haben Patienten in Intensivstationen oft einen zu tiefen Blutdruck. Als Gegenmittel verabreicht ihnen das Pflegepersonal ein Stresshormon, das den Blutdruck stabilisiert. Heute wird die Infusionsrate des Hormons manuell von Hand justiert, was arbeitsintensiv ist und weltweit jedes Jahr zu rund 30 000 Komplikationen führt. Wir wollen die Blutdruckmessung und die Infusion von Stresshormonen in einem Gerät integrieren und automatisieren. Damit werden Pflegekräfte entlastet und sie können sich auf andere Aufgaben fokussieren.

Von der immensen Arbeitslast auf Intensivstationen haben viele von uns erst im Zuge der Coronapandemie erfahren. Sie auch?

Die Nachrichtenlage hat mich tatsächlich aufgerüttelt. Ich wollte etwas tun, um das medizinische Personal zu entlasten.

Sie arbeiten nach wie vor 100 Prozent als Postdoc an der ETH. Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus?

Ich arbeite am Proof of Concept. Denn aus Gesprächen mit Pflegern und Ärzten des Spitals Muri (AG) weiss ich, dass ein Gerät wie Hemocontrol höchst willkommen wäre.

Kurs
Dustin Becker hat den Innosuisse Business Concept Kurs im Frühling 2021 besucht