Alle Startups sehen

aiEndoscopic

«Künstliche Beatmungen sind keine Selbstläufer“

 

Unterstützung in Stresssituationen: Philippe Ganz und seine Partner von aiEndoscopic entwickeln eine Intubationshilfe für Notfallmediziner und Anästhesisten.

 

Im Zuge der Corona-Pandemie ist viel von künstlichen Beatmungen die Rede. Hat Ihr Projekt mit COVID-19 zu tun, Herr Ganz?

Nicht direkt. Pro Jahr finden weltweit rund 50 Millionen Intubationen der Atemröhre statt. COVID-19-Patienten machen nur eine Minderheit aus. Tatsache ist aber, dass es bei mehr als fünf Prozent der Tubeneinführungen zu Komplikationen kommen kann. Professor Peter Biro vom Universitätsspital Zürich (USZ) hatte daher die Idee, ein assistierendes Gerät für intubierende Ärzte zu entwickeln. Er gelangte an die ETH und konnte meinen ehemaligen Studienkollegen David Gage vom Institut für Robotik und intelligente System für das Projekt begeistern.

Wie sind Sie zum Team gestossen?

Ich arbeitete nach dem Studium in der Qualitätssicherung einer Medtech-Firma, hatte aber schon länger das Gefühl, dass mir das Corporate-Leben nicht entspricht. Davids Spinoff-Idee kam genau zum richtigen Zeitpunkt.

Wie muss man sich die Lösung von aiEndoscopic als Laie vorstellen?

Unser Endoskop besteht aus einem Schaft mit auslenkbarem Kopf und einer Kamera auf der Spitze. Man führt REALITI in den Mund ein und steuert es per Joystick.

Das AI im Firmennamen steht für Künstliche Intelligenz. Wo kommt sie zum Einsatz?

Der Computer Vision Algorithmus macht REALITI einzigartig. Unsere Software kann die Bilder der Kamera in Echtzeit interpretieren. Wenn die intubierende Person den «Auto Mode»-Knopf drückt richtet sich die Spitze des Endoskops automatisch zur Luftröhre aus. Das macht den ganzen Prozess einfach und sicher.

REALITI ist noch nicht zugelassen. Wir trainieren Sie die KI-Algorithmen?

Der Innovationshub des USZ hilft uns über die kommenden Monate, Videos von Kehlköpfen und Atemröhren für das Training zu sammeln. Das ist es, was den Innovationsstandort Zürich so einzigartig macht: Wer eine gute Idee hat, erhält Support von allen Seiten.

Kurs
Philippe Ganz hat am Business Concept Kurs im Frühling 2020 teilgenommen.