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«Materialwissenschaftlich funktioniert‘s»

Gussformen aus Kochsalz: Wie die ETH –Doktorandin Nicole Kleger die fertigende Industrie einen Schritt weiter bringen will.

Was, Frau Kleger, motiviert eine zweifache Mutter, die an ihrer Doktorarbeit schreibt, einen Gründerkurs zu besuchen?

Ich arbeite in der Gruppe für komplexe Materialien, aus der schon preisgekrönte Startups wie Spectroplast oder Microcaps hervorgegangen sind. Das weckte meine Neugier aufs Unternehmertum. Dazu kommt ein materialwissenschaftliches Konzept, das viel Potenzial hat und das ich schon in meiner Maserarbeit zu vertiefen suchte.

Worum geht es?

Wir haben einen Weg gefunden, mit dem sich Gussformen aus reinem Kochsalz drucken lassen.

Warum Salz?

Bereits existierende 3D-Druckverfahren für Gussformen arbeiten mit Polymeren, die einen Schmelzpunkt von rund 450 Grad aufweisen. Mit dem Werkstoff Salz können wir diesen Wert auf 800 Grad erhöhen.

Sie adressieren in erster Linien die Hersteller von Formen für die Spritzgussindustrie. Welche Probleme wollen Sie lösen?

Mit unserem Verfahren lassen sich Formen herstellen, die zur Herstellung von Gussteilen mit neuartigen mechanischen Eigenschaften führen können ‒ zum Beispiel für den Leichtbau. Dazu kommt der Preisvorteil. Gussformen aus Stahl kosten selten weniger als 10 000 Franken. Wir sind um Faktoren günstiger, was wiederum die Herstellung von Kleinstserien zulässt.

Wie klein?

Vorstellbar ist zum Beispiel die Produktion von personalisierten Gehäusen für Hörgeräte. Dann reden wir von Losgrösse Eins.

Kurs
Nicole Kleger hat am Business Concept Kurs im Herbst 2020 teilgenommen.